Erfolgreiche Sanierung: Vom Erkennen und Analysieren zum konsequenten Umsetzen

Die Roland Richter Akademie lud zum Top-Seminar „Bestandsgebäude: Schadensbeispiele & Sanierungsumsetzung“.

Am 24. April 2026 fand in der Roland Richter Akademie ein ebenso praxisnahes wie aktuelles Seminar statt, das sich mit Schadensbildern an Bestandsgebäuden und deren fachgerechter Sanierung befasste. Eingeladen waren Hausverwaltungen aus der Region sowie Vertreter von Haus & Grund e. V. Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse, was nicht zuletzt an der hohen Relevanz des Themas und der fachlichen Kompetenz des Referenten lag. 

Fallbeispiele aus 30 Jahren Praxis

Das Seminar fand auf Initiative von Stefan Wirth statt, Prokurist der Roland Richter und Partner GmbH, Beratender Ingenieur im Bauwesen (BYIK), TÜV-zertifizierter Sachverständiger für Schäden an Gebäuden und Bauwerksinstandsetzung sowie Schlichter im Bauwesen (TRA). Mit über drei Jahrzehnten Berufserfahrung bot er den Teilnehmenden einen tiefen Einblick in typische und aktuelle Schadensbilder, wie sie in der täglichen Praxis von Planern und Sachverständigen auftreten. Dabei ging es um Ausblühungen, Risse, Schimmel, Schäden an Fassaden und weiteren Bauteilen des Gemeinschaftseigentums, aber auch um Fragen der Barrierefreiheit, um Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Zustand in Dimensionierung und Nutzung sowie um die immer wieder herausfordernde Abnahme des Gemeinschaftseigentums bei Neubauten. Wirth machte deutlich, dass Schäden an Gebäuden kein neues Phänomen sind, sie begleiten die Architekturgeschichte seit jeher und werden auch in Zukunft auftreten. 

Warnung vor Folgeschäden und Haftungsrisiken
Entscheidend sei daher nicht die Illusion völliger Schadensfreiheit, sondern der professionelle Umgang mit ihnen: frühzeitiges Erkennen, fachkundige Ursachenanalyse und eine konsequente Umsetzung der notwendigen Sanierungsmaßnahmen.

Besonders betonte er, dass die Feststellung von Ursachen und die Entwicklung eines Sanierungskonzepts zwingend durch einen qualifizierten Sachverständigen erfolgen müssen. Ebenso wichtig sei jedoch, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen anschließend tatsächlich umgesetzt werden. Unterbleibt dies, entstehen nicht nur technische Folgeschäden am Bauwerk, sondern auch erhebliche Haftungsrisiken, insbesondere für Hausverwaltungen, die in der Verantwortung stehen, zur Beseitigung von Schäden geeignete Schritte einzuleiten. 

Austausch über heikle aktuelle Themen

Neben den konkreten Schadensbeispielen widmete sich das Seminar auch aktuellen Planungsthemen, die derzeit die Branche bewegen. Dazu zählen der sogenannte „Bauturbo“, Änderungen der Bayerischen Bauordnung sowie Neuerungen aus der Normung, die für Planer, Sachverständige und Verwalter gleichermaßen relevant sind. Gerade in Zeiten hoher Baupreise, zurückhaltender Eigentümer und komplexer rechtlicher Rahmenbedingungen ist aktuelles Fachwissen unverzichtbar, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit zu einem intensiven Austausch über die aktuelle Situation in der Hausverwaltungsbranche. Diskutiert wurden hohe Bau- und Sanierungskosten, schwierige Entscheidungsprozesse in Eigentümergemeinschaften, Haftungsfragen und rechtliche Neuerungen.

Miteinander reden, zusammen arbeiten
Am Ende der Veranstaltung stand ein klares Fazit: Hausverwaltungen, Planer und Sachverständige sitzen in einem Boot. Nur durch eine gute Zusammenarbeit, gegenseitiges Verständnis und klare Kommunikation lassen sich Schäden vermeiden, Projekte erfolgreich umsetzen und Haftungsrisiken minimieren.

Das Seminar erhielt hervorragende Rückmeldungen bezüglich der Praxisnähe, der Offenheit des Austauschs und der verständlichen Darstellung komplexer technischer Zusammenhänge. Aufgrund des großen Interesses und der positiven Resonanz wird die Roland Richter Akademie ein weiteres Seminar zu diesem Themenfeld anbieten.