Die Ettenberger Straße führt aus dem Ort Marktschellenberg hinauf in große Almgebiete am Fuße des Untersbergs. Sie war in den letzten Jahren durch mehrere Starkregenereignisse massiv beschädigt worden. Seit kurzem ist diese schmale, aber wichtige Verbindungsstraße wieder befahrbar, Ampeln und Baustellenbeschilderung wurden abgebaut. Für Anwohner, Dienstleister und Gäste bedeutet das nicht nur ein Ende der Umwege, sondern auch ein spürbares Plus an Sicherheit und Lebensqualität.
Planung mit Weitblick – Umsetzung mit Präzision
Die Roland Richter Ingenieur GmbH aus Freilassing hat die verantwortungsvolle Planung der Wiederherstellung des Straßenabschnitts übernommen. Dabei wurde von den planenden Ingenieuren eine Lösung entwickelt, die gleichermaßen technisch zuverlässig, wirtschaftlich sinnvoll und nachhaltig ist. „Nach den extremen Wetterereignissen der letzten Jahre stand für uns im Mittelpunkt, die Infrastruktur nicht nur wiederherzustellen, sondern auch zukunftssicher zu gestalten“, betont der Prokurist und zuständigeProjektleiter, Tony Finke.
Kleine Ursachen, große Wirkung
Es begann im Juli 2021. Die Ettenberger Straße wurde bei einem Starkregenereignis schwer beschädigt. Eine zu geringe Straßenquerneigung und mehrere von Laub und Erosionsmaterial verstopfte Einlaufroste hatten einen unkontrollierten Abfluss von Oberflächenwasser über den äußeren Fahrbahnrand zur Folge. Das abströmende Straßen- und Hangwasser erodierte die anstehende Böschung. Schließlich rutschte die Fahrbahn samt Leitplanke und Bankett ab. Zusätzlich kam es zur Unterspülung und somit zur Zerstörung eines Gerinnes aus Flussbausteinen, das zur Ableitung von Regenwasser gedient hatte. Bei erneuten Starkregenfällen im September 2024 verschärfte sich die Lage. Am Ende rutschte nicht nur die Straße, sondern der ungesicherte Hang auf großer Fläche bis zum Böschungsfuß ab.
Umfassende und effiziente Lösung
Die Sanierung der Ettenberger Straße umfasste die Wiederherstellung der Fahrbahn und die Verbesserung der Entwässerungssituation. Dafür wurde die Straßenquerneigung erhöht und mehr Straßeneinläufe zur schnelleren Abführung des Straßenoberflächenwassers errichtet. Als Einlaufrost wird nun eine Version mit größeren Schlitzweiten verwendet, um rasche Verstopfung zu vermeiden. Der bestehende Durchlass, ein Schacht sowie ein Teil des Kanals wurden erneuert. Daneben wurde der erodierte Böschungsbereich unterhalb der Straße wiederhergestellt. Zur Diskussion stand ursprünglich das System der bewehrten Erde. Letztlich fiel die Wahl auf eine rückverankerte Spritzbetonsicherung. Damit sich die Stützkonstruktion besser in die Umgebung einfügt, wurde sie mit Wasserbausteinen verkleidet. Die Planung dieser Stützkonstruktion erfolgte durch das IB Wagner. Die Entscheidung für diese Variante erfolgte aufgrund der deutlichen Vorteile im Bereich der anfallenden Kosten, der für den Bauablauf bereitzustellenden Flächen, dem geringeren Eingriff in die Umwelt und den deutlich kürzeren Sperrzeiten der Ettenberger Straße. Ein ausdrückliches Lob für die durchdachte Planung sowie die schnelle und verlässliche Bauausführung ging von der Gemeinde Markt Marktschellenberg an die beteiligten Firmen.

